Die Globalität der Talente

Können Talente nicht auf dem heimischen Ausbildungsmarkt rekrutiert werden, dann beginnt die weltweite Suche. Und damit die globale Mobilität. Die heute – in einer internationaler werdenden Welt – immer noch an regulatorischen Kleinklein scheitert. Hier setzt die Global Mobility ein – eine Branche, die am Entstehen ist, um das Entsendungsmanagement von Mitarbeitern zu bewältigen. In den Vereinigten Staaten bereits ein großer Markt, steckt die Global Mobility in Europa und vor allem in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Schuld daran ist die überkommene Vorstellung, dass der heimische Ausbildungsmarkt dem Arbeitsmarkt Fachkräfte in genügender Anzahl zur Verfügung stellen werde.

Ein erster Pionier zur Unterstützung der Global Mobility ist Terrassign, eine Firma, die von Boston und Berlin aus zunächst den europäischen Markt ins Visier nimmt. „Wir bewegen im Unternehmensauftrag Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von und nach Mitteleuropa“, erklärt Geschäftsführer Stefan Bell, „und kümmern uns dabei um schlichtweg alles: Vom Umzug, über steuer-, arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Aspekte bis hin zur Karriereplanung nach Rückkehr des Talents oder der Partnerin beziehungsweise des Partners, die den Mitarbeiter ins Ausland begleiten.“ Bell erklärt: „Es geht darum, den Wechsel für das jeweilige Talent so strukturiert wie möglich zu gestalten, damit er sich von Anfang auf seinen Arbeitsauftrag konzentrieren kann.“ Dazu gehören auch Services, wie den Mitarbeiter an seinem neuen Arbeits- und Wohnort bei der Eingewöhnung zu unterstützen.

Auch für den Standort Deutschland bedeutet der Trend zur Global Mobility Chancen und Risiken. In einer Welt der Talent-Zirkulation werden Städte und Regionen entscheidende Spieler im Wettbewerb um globales Talent: Schon jetzt greifen immer mehr Staaten, Städte und Metropolen zu kreativen Strategien, um globales Talent anzuziehen. Doch alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Beweglichkeit und das Branding von Arbeitgebern und Arbeitsorten wichtiger werden als ihre Größe. Hier kann jedwede Stadt mit attraktiven Angeboten und cleveren Strategien ansetzen. Seine Attraktivität hat das Land in den vergangenen Dekaden durch sein Wirtschaftswachstum, den sich damit vergrößernden Arbeitsmarkt und einem durch Einwanderung bedingtes Bevölkerungswachstum längst unter Beweis gestellt.

Martin Theobald