Gewogen an Bord

Die International Convention for the Safety of Life at Sea (SOLAS) der Vereinten Nationen regelt die Schiffssicherheit. Zum 1. Juli treten nun Änderungen in Kraft, die auch die Dauer von Haushaltsgütertransport beeinflussen werden. Während bisher das Gewicht von Containern oft lediglich geschätzt wurden, verlangen die neuen Regelungen nun, dass die Fracht tatsächlich gewogen wird. Anlass dafür sind Schiffsunglücke, die auf falsche Gewichtsschätzungen zurückgeführt werden. Oft wurde dabei etwa das Leergewicht des Containers schlichtweg „vergessen“. In den meisten Fällen wird dabei das Wiegen am Hafenbecken stattfinden.

Dies wird für die Haushaltsgütertransporte bei internationalen Entsendungen folgende Auswirkungen haben:

  • Die Frachtgebühren werden um die Kosten der Gewichtskontrolle erhöht werden. Dies wird etwa die reinen Schiffskosten – je nach Versendungshafen, – um etwa 200 Euro bis 300 Euro steigen.
  • Die Container werden, insbesondere während Frachtstoßzeiten, deutlich länger am Dock liegen und auf ihre Vermessung warten, was zusätzliche Liegegeldkosten verursacht.
  • Die Anlieferung der Haushaltsgüter wird sich verzögern. Zu der üblichen Schätzung der Transportzeit von Tür zu Tür sollte man ab dem 1. Juli auf jeden Fall mindestens eine Woche zusätzlich einplanen. Insgesamt wird der zeitliche Rahmen des Transports schlechter einzuschätzen sein, bis sich die Erfahrungswerte etablieren.
  • Die zeitliche Verzögerung wird darüber hinaus weitere Nebenkosten zum Beispiel im Bereich des „Temporary Living“ verursachen, da die Transferees ab jetzt länger auf die Ankunft ihrer Haushaltsgüter am Entsendungsort warten werden müssen.
Martin Theobald