5 Tipps für rückkehrende Expats

Für die Personalentwicklung ist die Entsendung eines Mitarbeiters ins Ausland im Grundsatz immer noch eine ertragsreiche Investitionen, die ein Unternehmen in seine Mitarbeiter machen kann. Die Transferees kehren zurück mit einem unschätzbar wertvollem Mehr an Erfahrung, Expertise und Weltläufigkeit, mit neuen Denkansätzen und globalen Perspektiven.

Hier liegt indes auch ein Risiko. Der Expat kehrt zurück, verändert, an der Herausforderung gewachsen – und findet sich zu häufig in unveränderter Position mit bekannten Aufgaben wieder. Er hat sich weiterentwickelt, aber die vertraute Welt zu Hause erscheint als klein und stagnierend, nicht nur beruflich, sondern auch privat.

Kündigung vermeiden, Mitarbeiter binden

Legt man die Umfragen unter global operierenden Unternehmen der letzten Jahre zugrunde, so verlassen geschätzt zwischen rund 20 Prozent der aus dem Ausland zurückkehrenden Expats das sie entsendende Unternehmen innerhalb der ersten zwei Jahre nach ihrer Rückkehr, weil sie mit den Perspektiven unzufrieden sind. Mit einer finanziellen Investition in die Entsendung von durchschnittlich zwischen zwei und vier Jahresgehältern bedeutet dies den Verlust einer nicht unerheblichen Investition in die Fähigkeiten und Erfahrung des Transferees.

Personalabteilungen können einiges tun, um die Chancen einer erfolgreichen, langfristigen Bindung ihrer wertvollsten Mitarbeiter nach Entsendungsende zu erhöhen. Fünf Tipps dazu:

1.: Suchen Sie den offenen Dialog mit Ihrem Mitarbeiter. Finden Sie heraus, was die langfristigen Ziele und Hoffnungen für die Zeit nach der Entsendung sind und planen Sie diese mit ein.

2.: Bieten Sie Ihrem Transferee von vorne herein eine perspektivische Veränderung nach der Rückkehr. Wenn Ihre mittelfristige Planung keine Veränderung in der Position vorsieht, sollte eine Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt werden. Dies bietet schon zu Beginn der Entsendung eine positive Perspektive nach der Rückkehr.

3.: Bieten Sie Ihrem Transferee etwa drei bis sechs Monate vor Entsendungsende weitere, bisher nicht erwartete Anreize finanzieller oder inhaltlicher Art. Insbesondere wenn es um die Rückkehr von attraktiven Entsendungszielen geht, erhöhen Sie damit die positive Motivation zur Rückkehr zu einem kritischen Zeitpunkt.

4.: Sparen Sie nicht an Repatriierungsleistungen. Transferees selbst erwarten meist, dass sie keine Probleme haben werden, wieder in ihre gewohnte Kultur einzutauchen und unterschätzen die praktischen Belastungen. Tatsächlich kann man den Rückkehrstress abfedern, in dem man etwa bei der Wohnungssuche hilft. Ihr Unternehmen signalisiert dadurch dem Transferee eine Unterstützung während des gesamten Entsendungszyklus.

5.: Rechnen Sie mit einem leichten Knick in der Mitarbeitermotivation etwa zwei bis drei Monate nach der Rückkehr. Bei vielen Expats reift der Wunsch nach weiteren Erfahrungen. Eine neue Herausforderung im Unternehmen zum Beispiel kann den zu erwartenden “Reverse Culture Shock“ abfedern.

Martin Theobald