Entsendungen in die Schweiz – Pflicht zur Abgabe von Rundfunkgebühren ab dem 1. Januar 2019

Mit der Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) wurde in der Schweiz ein Systemwechsel bei der Erhebung der Rundfunkgebühren beschlossen. Die neue Regelung tritt zum 01. Januar 2019 in Kraft.

Anders als bei der aktuell gelten Rundfunkgebühr wird die Abgabepflicht eines Haushalts- oder eines Unternehmens nicht mehr an das Vorhandensein von Rundfunk- und Fernsehgeräten, sondern grundsätzlich und geräteunabhängig angewendet. Damit entsteht eine Abgabepflicht für jedes Unternehmen, welches in der Schweiz MwSt-pflichtig eingetragen ist.

In Verbindung mit der Änderung des Mehrwertsteuerrechts zum 01.01.2018 können daraus Konsequenzen für Unternehmen erwachsen, die Mitarbeiter in die Schweiz entsenden.

Das Schweizer Recht kennt bereits eine Steuerbefreiung bei Umsätzen von weniger als 100.000 Schweizer Franken (CHF). Bis zum 31.12.2017 flossen in die Bemessungsgrundlage von 100.000 CHF jedoch nur die Umsätze ein, die in der Schweiz erzielt wurden.

Mit der Neuregelung des Artikel 10 Absatz 2 nMwStG änderte sich die Bemessungsgrundlage der 100.000 CHF dahingehend, dass nicht mehr nur die in der Schweiz ausgeführten Umsätze, sondern die Weltumsätze eines Unternehmens berücksichtigt werden. Dies führt dazu, dass de facto die 100.000 CHF-Grenze nur noch bei wenigen Klein- und Kleinstunternehmen eine Rolle spielt.

Bezogen auf die Rundfunkgebühr staffelt sich die Beitragshöhe nach dem weltweiten Jahresumsatz:

• 0 CHF bei einem Jahresumsatz bis 499.999 CHF

• 365 CHF bei einem Jahresumsatz 500.000 – 999.999 CHF

• 910 CHF bei einem Jahresumsatz 1 Mio. – 5 Mio. CHF

• 2.280 CHF bei einem Jahresumsatz 5 Mio. – 20 Mio. CHF

• 5.750 CHF bei einem Jahresumsatz 20 Mio. – 100 Mio. CHF

• 14.240 CHF bei einem Jahresumsatz 100 Mio. – 1 Mrd. CHF

• 32.590 CHF bei einem Jahresumsatz ab 1 Mrd. CHF

Anton LissnerComment